Seit Januar 2022 haben wir, Stanley Silewu und Dr. Julia Dittmann-Kaiser, dank einer dreijährigen Förderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ein fundiertes Seminarangebot für eine hegemoniekritische Auseinandersetzung mit Rassismus und Antisemitismus erarbeitet.
Wir führen diese Seminare in verschiedensten Formaten für unterschiedlichste Zielgruppen durch und haben inzwischen Menschen fast aller Altersstufen in den verschiedensten Institutionen für die Thematik sensibilisieren und bei Prozessen der Aufarbeitung begleiten können – mit dem Ziel, Rassismus gemeinsam zu verlernen und egalitäre Denk- und Handlungsmuster immer stärker zu verinnerlichen.
Workshop Inhalte
In unseren Workshops wird anhand einer zielgruppenorientierten Filmauswahl zunächst aufgezeigt, wie rassialisierende Inszenierungsstrategien Rassismus – häufig auf sehr subtile Weise – in cineastische Narrationen einweben und stereotyp geformte Filmfiguren entlang rassistisch binärer Zuschreibungen kreieren.
Durch solche Inszenierungsstrategien schreibt sich Rassismus kontinuierlich erneut in die rezipierenden Subjekte ein. Die in unseren Seminaren erfolgende Dekonstruktion von Mainstream-Spielfilmen soll die Seminarteilnehmenden für den in unserer Gesellschaft bestehenden strukturellen Rassismus sensibilisieren.
Mittels rassismuskritischer Filme nutzen wir den Prozess der Filmrezeption zugleich als Empowerment-Werkzeug für diejenigen, die von Rassismus betroffen sind. Aus diesen Gründen werden auch Filme zum Einsatz kommen, die zur Identifikation mit nicht-weiß konstruierten Held_innen einladen.
Die jeweiligen Filme dienen den Seminarteilnehmenden jedoch nicht nur als Sensibilisierungsinstrumente für strukturellen Rassismus und als kathartische Reisemöglichkeit, sondern auch als Ausgangspunkt für Diskussionen und den Austausch individueller Rassismuserfahrungen untereinander. Wie manifestiert sich Rassismus im jeweils eigenen Leben? Wie im eigenen beruflichen Kontext? Wie im eigenen Alltag? Welchen Bezug habe ich zu Rassismus? Wie bin ich im rassistischen Wertesystem und Gesellschaftskontext positioniert?
Sowohl durch Methoden aus der systemischen Therapie und Beratung als auch mittels theatertherapeutischer Werkzeuge wird für die Bearbeitung der aufgeworfenen Fragen ein Schutzraum geschaffen, in dem die Gefühlsebene zum Vorschein kommen darf und der Fokus auf die individuellen und kollektiven Ressourcen gelegt wird.
Um Rassismus entgegenzuwirken, nutzen wir auch das Instrument der Filmproduktion. Seit 2022 schulen wir eine Klasse der Fanny-Hensel-Grundschule in der Kunst des Filmdrehs mit interreligiöser Thematik. Dadurch kombinieren wir die Förderung kritischen Denkens in Bezug auf Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus mit dem Erlernen von Arbeiten vor und hinter der Kamera. Die Schüler_innen werden so zu medialen Multiplikator_innen rassismuskritischer Positionen und erfahren ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit.
Workshop Referenzen
Institutionen, an denen wir tätig waren
Fanny-Hensel-Grundschule (Klassen 1 bis 6)
Humanistischer Verband Deutschlands (Lebenskundelehrkräfte)
Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, HfS (Studierende und Dozierende)
Hamburgisches Institut für Systemische Weiterbildung, hisw (Ausbildungsteilnehmende)
Universität Bayreuth, Promotionskollegs für Intersektionalitätsstudien (Studierende / Dozierende)
Emile-Montessori-Schulverein München-Südost e.V. (Klassen 7, 8 und 10)
Grundschule am Barbarossaplatz (Lehrkräfte und Erziehende)
Workshop Geschäftsführung
Stanley Silewu und Dr. Julia Dittmann-Kaiser
Kontakt
Sind Sie interessiert oder haben Sie Fragen, können wir Ihnen einen Workshop für Ihre Bedürfnisse zusammenstellen? Schreiben Sie uns!